Tradition erleben

Fasnet, Bächtlefest und St. Johanni

In Bad Saulgau wird Tradition gelebt und von Generation zu Generation weitergegeben. Über das Jahr hinweg laden besondere Feste dazu ein, gemeinsam zu feiern und altes Brauchtum zu entdecken.

Bei der Fasnet verwandelt die Dorauszunft das „Städtle“ in eine närrische Bühne. Im Sommer begeistert das traditionsreiche Bächtlefest, bei dem die Kinder im Mittelpunkt stehen. Wenn im Frühjahr die Maibäume aufgestellt werden, wird gelebtes Brauchtum sichtbar. Rund um St. Johanni erinnern weitere Bräuche an die lange Geschichte der Stadt.

Ob närrisch, festlich oder gesellig: Die Traditionen machen Bad Saulgau besonders erlebenswert.

Termine
Fasnet
Bächtlefest
Tanz in den Mai
Anführungszeichen zu Beginn des Zitats
Doraus, detnaus, bei d'r alte Linde naus!
Fasnetsspruch der Dorauszunft Bad Saulgau

Tradiotionsfeste in Bad Saulgau

Tradition und Brauchtum

Fasnet

wenn das Städtle närrisch wird

Wenn in Bad Saulgau die fünfte Jahreszeit beginnt, wird es bunt, laut und ausgelassen. Die schwäbisch-alemannische Fasnet gehört fest zur Stadt und ist tief in ihrer Geschichte verwurzelt. Bad Saulgau gilt als Hochburg der Fasnet und das ist während der närrischen Tage überall zu spüren. Im Mittelpunkt steht die Dorauszunft Saulgau, deren Namensgeber, der Dorausschreier, auf einen jahrhundertealten Brauch zurückgeht. Bereits im Jahr 1355 wird in der Stadtchronik von einem Heischegang berichtet, bei dem für Bedürftige Lebensmittel gesammelt wurden. Daraus entwickelte sich das bis heute gepflegte Dorausschreien am Fasnetssonntag.Doch der Dorausschreier ist nicht allein unterwegs: Riedhutzel, Zennenmacher, Pelzteufel, Blumennärrle und Spitzmäule prägen das farbenfrohe Bild der Saulgauer Fasnet. Besonders die Riedhutzel mit ihrer charakteristischen Holzmaske ist längst zu einem Wahrzeichen der närrischen Zeit geworden.

Pelzteufel

Palmprozession

gelebtes Brauchtum am Palmsonntag

Wenn am Palmsonntag in Bad Saulgau die festlich geschmückten Palmen durch die Straßen getragen werden, wird eine jahrhundertealte Tradition lebendig. Die Palmprozession erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem und bildet den feierlichen Auftakt zur Karwoche. In Bad Saulgau hat dieser Brauch, wie in ganz Oberschwaben, eine lange Tradition und wird bis heute mit großer Verbundenheit gepflegt. Die Feier beginnt traditionell mit der Palmweihe vor der Antoniuskirche. Anschließend ziehen die Gläubigen in einer Prozession zur Stadtpfarrkirche St. Johannes. Begleitet von der Stadtmusik und den kunstvoll gestalteten Palmen entsteht dabei ein eindrucksvolles Bild, das Glauben, Gemeinschaft und regionales Brauchtum miteinander verbindet. Besonders sehenswert sind die aufwendig gebundenen und geschmückten Palmen, die nach dem Gottesdienst noch besichtigt werden können. Sie sind Ausdruck einer Tradition, die mit viel handwerklichem Geschick und Engagement von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Ministranten tragen an langen Holzstäben befestigte Palmzweige
Palmprozession

Tanz in den Mai

den Frühling gemeinsam begrüßen

Wenn der April sich verabschiedet und der Mai vor der Tür steht, wird in Bad Saulgau gemeinsam in den Frühling getanzt. Rund um den Maibaum verbindet sich dabei altes Brauchtum mit geselligem Beisammensein. Seit 2025 lädt die Stadt gemeinsam mit dem Bürgerausschuss zum Tanz in den Mai auf dem Marktplatz ein. Im Mittelpunkt steht der Maibaum, um den der Heimat- und Trachtenverein traditionelle Tänze aufführt. Musikalische Begleitung, Bewirtung und ein buntes Rahmenprogramm machen den Abend zu einem Fest für die ganze Stadt. Der Maibaum steht dabei sinnbildlich für den Frühling und die Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat. Wenn Musik erklingt, getanzt wird und sich Jung und Alt auf dem Marktplatz treffen, wird aus einem alten Brauch ein lebendiges Fest. So zeigt sich auch beim Tanz in den Mai, was Bad Saulgauer Tradition ausmacht: Gemeinsam feiern, Brauchtum bewahren und den Frühling willkommen heißen.

Marktplatz Bad Saulgau

Bächtlefest

fünf Tage voller Tradition und Lebensfreude

Wenn in Bad Saulgau das Bächtlefest gefeiert wird, ist die ganze Stadt auf den Beinen. Das traditionsreiche Kinder- und Heimatfest blickt auf eine Geschichte von mehr als 500 Jahren zurück: Erstmals wurde es 1534 bezeugt, seine Wurzeln reichen sogar noch weiter zurück. Im Mittelpunkt stehen bis heute die Kinder. Einst als Kinderfest am Bächtelinstag gefeiert, hat sich das Bächtle im Laufe der Jahrhunderte zu einem großen Sommerfest entwickelt. Geblieben ist die Freude am gemeinsamen Feiern – über Generationen hinweg. Fünf Tage lang wird Bad Saulgau zur Feststadt: Vom Fassanstich über den historischen Handwerker- und Bauernmarkt und die traditionellen Kinderspiele bis hin zu Musik, Tanz und buntem Treiben ist für Groß und Klein etwas geboten. Der Höhepunkt ist der große historische Festumzug, bei dem Kinder, Vereine, Handwerker und prächtig geschmückte Wagen die Geschichte der Stadt lebendig werden lassen. Das Bächtlefest verbindet Geschichte, Heimat und Gemeinschaft – und macht spürbar, was Bad Saulgau zu einer echten Feststadt macht.

Historisch verkleidetes Paar mit einem Kleinkind während des Umzugs zum Bächtlefest